Sommerakademie in Vierraden

Seit einigen Jahren findet in der Tabakfabrik in Vierraden in Zusammenarbeit mit den bildenden Künstlern Ute Lindner und Patrick Huber und in Kooperation mit dem Kunstbauwerk e.V., mit Unterstützung der Stadt Schwedt und der Leipa GmbH eine Sommerakademie mit unserer Schule statt.

In der Woche vom 11. – 14. 6. hat diesmal die Klasse 9.7 an diesem Kunstprojekt teilgenommen.

Das diesjährige Thema lautete: SEHEN – ERINNERN – ZEICHNEN & PLASTISCHES GESTALTEN

Dabei sollte vor allem das visuelle Gedächtnis geschult werden, da dieses in der heutigen medialen Welt zunehmend mehr vernachlässigt wird aufgrund der Flut an immer verfügbaren digitalen Bildern.

Diverse zeichnerische und plastische Übungen sollten die Schülerinnen und Schüler dazu animieren Gesehenes ohne memorierende Hilfsmittel wie die Handykamera zu Papier zu bringen. Im Vergleich zu diesen Übungen sollten aber auch Erinnerungsfotos zeichnerisch umgesetzt werden. Die Erkenntnis einiger Schülerinnen hierbei war, dass es tatsächlich leichter sein kann, ohne Vorlage etwas zu rekapitulieren, da man sich dann nur auf das Wesentliche in seiner Wiedergabe beschränkt.

Die Fähigkeit, eigene reale visuelle Erfahrungen zu erinnern, ist nicht nur eine künstlerische Technik, sondern befähigt uns auch in anderen Bereichen Wahrgenommenes zu verankern und abzurufen. Somit diente dieses Projekt gleichzeitig auch als Methodentraining.

Am 14.6.2019 wurden die Ergebnisse dieser Sommerakademie den Eltern, Verwandten, Bekannten und Vertreterinnen der Stadt in einer zuvor sorgfältig geplanten Ausstellung präsentiert.

Graffiti

Vom 4. bis 6. Juni 2019 hatten 14 Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit sich im Rahmen eines Graffitiworkshops im Sprayen auszuprobieren.
Der 9. Jahrgang beschäftigt sich innerhalb des Kunstunterrichts mit Streetart und Graffiti. In diesem Jahr lag das Hauptaugenmerk auf dem sogenannten Style-Writing, der ursprünglichsten Art und Weise sich mit der Spraydose auszudrücken. Nun ist das Sprayen im öffentlichen Raum oft eine illegale Angelegenheit und erfreut die Generationen sehr unterschiedlich. Viele Schüler finden das Thema jedoch höchst interessant und haben durchaus den Wunsch, sich auch mal in dieser Technik zu versuchen. Während des Kunstunterrichts ist das nicht möglich, da diese Technik möglichst großformatig umgesetzt werden muss. Aber ausgewählte Schüler verschiedener neunten Klassen bekamen die Gelegenheit, ihre Ideen unter der fachkundigen Anleitung von Oliver Bock und Nico Rindt, zwei Graffitikünstlern und Fassadengestaltern von 153design umzusetzen. Dazu wurden einige Bildtafeln in den Schulfluren neu gestaltet.
Letztlich sind tolle Arbeiten entstanden und die Schülerinnen und Schüler haben Erfahrungen sammeln können, wie anspruchsvoll das künstlerische Sprayen ist.

FB Kunst

Spione, Spitzel und 9.7

Am 7. Mai tauchte unsere Klasse in die Welt der Spione und Agenten ein. Dazu fuhren wir nach Berlin in das Deutsche Spionagemuseum am Leipziger Platz, welcher bis 1989 zu großen Teilen direkt im sogenannten Todesstreifen lag. Aber das Museum befasst sich nicht nur mit den Spionagetätigkeiten zwischen Ost- und Westdeutschland. Eine junge Museumsmitarbeiterin geleitete uns im Rahmen einer Überblicksführung durch die sehr gut und vor allem interaktiv gestaltete Ausstellung. Sie begann ihre Ausführungen im antiken Ägypten, ging über zur römischen Antike bis zum Mittelalter. Schon damals ging es vordergründig um Machtinteressen, aber auch um Werkspionage. Wir hörten etwas über Mata Hari und Morsecodes im 1. Weltkrieg. Wir lernten die Funktionsweise der Enigma, der deutschen Verschlüsselungsmaschine im 2.Weltkrieg, kennen und erfuhren wie auch Tiere als „Agenten“ eingesetzt wurden.

Natürlich nahm auch die „Innenspionage“ in der DDR Raum ein, genauso wie die Spionagetätigkeiten der Ost- und Westmächte während des Kalten Krieges. So sahen wir Lippenstifte, die eigentlich Schusswaffen waren, Knopflochkameras und mit Ultraviolettlichtanlagen getunte Trabbis für Nachtaufnahmen potentieller Staatsfeinde.

Aber auch die fiktionale Spionage aus Literatur und Film hat ihren Platz im Museum und es war eher erstaunlich, dass die James-Bond-Tools gar nicht so fiktional sind, sondern der realen Agentenwelt entspringen.

Zu guter Letzt wurde uns aber auch noch vor Augen geführte, dass heute fast jeder Dank sozialer Medien und diverser Apps und ähnlichem Spionageopfer ist. Und auch hier geht es wieder um Macht – Marktmacht und Macht der Einflussnahme.

Überall im Museum kann man selbständig Aktionen ausprobieren – Codes erstellen oder entschlüsseln, Wanzen im Zimmer suchen, seine Passwörter auf Effektivität prüfen, Zeitzeugenberichte hören, einen Laser-Parcours meistern und vieles, vieles mehr. Eine Wissens-Rallye vertiefte unsere Erkenntnisse noch zusätzlich nach der Überblicksführung.

Nach so viel geballter Wissensvermittlung stürzten wir uns noch für kurze Zeit in das großstädtische Konsumleben, welches wir aber hauptsächlich zur Stärkung des leiblichen Wohls nutzten.