Am 15. Dezember 2025 waren wir, die DELF-AG und die AG Schule mit Courage der Gesamtschule Talsand, in die Französische Botschaft in Berlin eingeladen, um einem besonderen Zeitzeugenbericht beizuwohnen. Vertreter des „Collectif Saint-Jean“ schilderten die Geschichte der Razzien, die sich zwischen dem 22. und 24. Januar 1943 in den alten Vierteln in Marseille ereigneten. Schüler und Schülerinnen Berliner und Brandenburger Schulen waren geladen. Die Razzia vom 21. Januar 1943 im alten Hafengebiet Saint-Jean in Marseille wurde von überlebenden Zeitzeugen eindringlich dargestellt. Es ging darum, an ein fast in Vergessenheit geratenes Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu erinnern. Der Abend bildete den Abschluss einer Veranstaltungsreihe, deren Angebote die Gesamtschule Talsand dieses Jahr vollumfänglich genutzt hat. Im Rahmen der Erinnerungsarbeit rund um 80 Jahre der Befreiung waren vielfältige Veranstaltungen im Jahr 2025 durchgeführt worden.
Herr Antoine Mignemi und Frau Suzanne Fritz
Die brutalen und mörderischen Aktionen, die auf Anweisung der französischen Regierung und der nationalsozialistischen Besatzungstruppen mit dem Ziel durchgeführt wurden, das alte Hafenviertel von Marseille zu „säubern“ stellt ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar. Die Bewohner des Viertels Saint-Jean am Hafen von Marseille wurden deportierten und das Viertel anschließend gesprengt. Nur das Rathaus blieb verschont. In diesen engen Gassen lebte eine bescheidene und internationale Bevölkerung unterschiedlicher Religionen, einschließlich der Juden, und viele hofften, mit einem Schiff von dort Europa verlassen zu können. Die Zeitzeugen schilderten ihr bescheidenes, aber glückliches Leben in diesem Hafenviertel vor der Razzia. Claude Arovas, Überlebender der Shoah – seine Eltern fielen der Shoah zum Opfer -, Antoine Mignemi – Vorsitzender des „Collectif Saint-Jean 24 janvier 1943“ – und Suzanne Fritz berichteten von der Razzia, die sie als Kinder miterlebten.
Julien Acquatella (CIVS), Antoine Mignemi, Suzanne Fritz, Claude Arovas, Gerard Agresti, Frau Lena Guyomaec’h
Am Sonntag, den 24. Januar 1943, wurden 20.000 Männer, Frauen und Kinder jeden Alters aus ihren Wohnungen geholt, festgenommen und größtenteils ins Lager Fréjus deportiert. Am 17. Februar 1943 wurde das Viertel gesprengt: 1.500 Häuser und 850 Geschäfte wurden auf 14 Hektar wurden zerstört. 82 Straßen und Plätze verschwanden vom Stadtplan. Die Bewohner wurden von Fréjus in Konzentrationslager nach Sachsenhausen, Mauthausen, Buchenwald, Sobibor, Neuengamme und Stutthof deportiert und ermordet.
Pascal Luongno
Erst 2019 erhob der Anwalt Pascal Luongo Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, um sicherzustellen, dass diese Razzia nicht in Vergessenheit gerät und sich die Geschichte nicht wiederholt. Das „Collectif Saint-Jean 24 janvier 1943“ wurde gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, die Erinnerung an dieses Verbrechen aufrechtzuerhalten und in den Schulen darüber zu berichten. Dieses bewegende Zeitzeugengespräch vergegenwärtigte die Brutalität dieses geschichtlichen Ereignisses aufs Deutlichste und regte intensiv zum Nachdenken über den Begriff der „Unerwünschten“ und über die Weitergabe dieser Erfahrungen zwischen den verschiedenen Generationen beider Länder an.
Ruth Weiss war mehr als eine Zeitzeugin des Holocaust – sie war eine Stimme der Haltung. 101 Jahre Mut, Menschlichkeit und Widerstand gegen Rassismus und Antisemitismus. Leider ist sie am 05. September 2025 verstorben, so dass wir dem „Zweitzeugen“, ihrem langjährigen Freund und Lektor Lutz Kliche lauschen konnten, der mit Ruth Weiss noch das Buch
„Erinnern heißt handeln – Mein Jahrhundertleben für Demokratie und Menschlichkeit“
herausbrachte. Zusätzlich unterstütze Herr Jörg Stopa von der RAA Brandenburg die Diskussion. Er ist zertifizierter Mediator / Konfliktmanager und Anti-Bias-Multiplikator. Gefördert wurde die Veranstaltung vom Bildungsministerium.
Jörg Stopa und Lutz Kliche
Am Dienstag, den 16.12.2025 brachte Lutz Kliche seinen Erfahrungsschatz in Bezug auf Ruth Weiss Leben zu uns an die Talsandschule: Mit Auszügen aus dem Buch, Original-Audiozitaten von Ruth Weiss und einem offenen Gespräch über Menschenwürde, Demokratie und Zivilcourage berichtete Lutz Kliche im Rahmen der AG-Schule mit Courage in der Aula vor interessierten Schülern und Schülerinnen.
Es ging nicht um Vergangenheit als Pflichtstoff – sondern um Erinnerung als Haltung.
Ruth Weiss war unermüdlich in ihrem Engagement gegen Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus.
Die Themen waren vielfältig: Geschichte der Juden in Fürth, der Nationalsozialismus in Deutschland, insbesondere der Reichstagsbrand 1933 und die Etablierung der NS-Herrschaft, das Propagandablatt „Der Stürmer“ und dessen Gründer und Herausgeber Julius Streicher, der Judenboykott am 1.4.1933, die Nürnberger Gesetze von 1935 und die Apartheid in Südafrika, Apartheid als staatlich festgelegte und organisierte rassistische Diskriminierung.
Die Zeit verging wie im Flug, wir wünschen uns im neuen Jahr eine Fortsetzung!
Berliner Bettdecke: Leonie, Helena, Rocco und Lucas.
Screentime von Berliner Bettdecke: Lucas, Rocco, Helena, Leonie und Lucia
Social life
Say so von Social life: Anni, Ines, Louis, Maxime und Sacha
Berlin City
Fake Friends von Berlin City: Samira, Nora, Anouck, Juliette und PaulNew in Town von The Aletto Film: Lucie, Lucie, Freyja, Wiktoria und Mia
Deutsch-französische Medienresidenz in Berlin 2025
Vom 18. bis 22. November 2025 fand zum achten Mal die Medienresidenz „Ciné-médias“ in Berlin statt. Es trafen sich dort 10 Schülerinnen der Gesamtschule Talsand im Rahmen der DELF-AG, geleitet von Frau Doris Diller, mit 10 Schülern und Schülerinnen einer Schule aus der Nähe von Bordeaux in Frankreich begleitet von Vera Sohn. Diese Veranstaltung wurde vom Deutsch-Französischen Jugendwerk und dem Büro für Film und Medien des Institut français Deutschland im Rahmen der 25. Französischen Filmwoche organisiert. Ziel des Workshops war es, den Teilnehmern Schlüsselkompetenzen zur Medienbildung zu vermitteln und ihnen durch Vorträge und Workshops von Fachleuten einen Einblick in die Medienwelt zu geben. Die Workshops wurden simultan ins Französische oder Deutsche übersetzt.
Foto: Sebastian Gabsch Fotografie
Tutoren und Fachleute
Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, mit erfahrenen Fachleuten zu arbeiten und zu lernen:
Sylvain Cruiziat ist ein französisch-deutscher Regisseur und Produzent, der in London, Paris und Hongkong aufgewachsen ist. Er hat an der Hochschule für Fernsehen und Film München studiert und seine Filme, unter anderem „Find Fix Finish“ (2017), „The Raft“ (2019) und „Boyz“ (2023), wurden auf internationalen Festivals ausgezeichnet. Seit 2023 arbeitet er mit Coproduction Office, einer internationalen Produktionsfirma, zusammen.
Luis Schubert wuchs in einem französischen Umfeld in München auf und ist Regisseur in Berlin. Nach seinem Studium der Film- und Medienwissenschaft an der Sorbonne in Paris studiert er an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Seine Kurzfilme wurden von renommierten Sendern wie arte und SWR koproduziert und auf internationalen Festivals in Palm Springs und Berlin (Berlinale/Encounters) gezeigt.
Sylvain und Louis begleiteten die Jugendlichen mit Fachwissen, Humor und unendlicher Geduld durch die Tage und verloren ihr Ziel nie aus den Augen. Obwohl sich die Jugendlichen vorher nicht kannten und aus verschiedenen Kulturen mit unterschiedlichen Muttersprachen kamen, konnten nach drei Tagen intensivem, fröhlichen Schaffens vier Kurzfilme den Mitarbeitern des Instituts präsentiert werden:
New in Town von der Gruppe „The Aletto Film“: Lucie, Lucie, Freya, Wiktoria und Mia
Fake Friends von der Gruppe „Berlin City“ – Samira, Nora, Paul, Anouck, Juliette
Screentime von der Gruppe „Berliner Bettdecke“ – Helena, Leonie, Rocco, Lucas und Lucia
Say so von der Gruppe „Social Life“ – Ines, Anni, Louis, Maxime und Sacha
Auf dem Weg zum Insitut français.
Ablauf der Medienresidenz
Ankunft – Dienstag, 18. November
Die Teilnehmer aus Frankreich kamen am Berliner Flughafen BER an und checkten im Hotel Aletto ein. Nach einem gemeinsamen Abendessen im italienischen Restaurant „Vapiano“ war das Eis gebrochen, im Hotel spielte man noch eine Runde Werwolf/Loupsgarou und es fand der erste Tag der Medienresidenz statt.
Tag 1 – Mittwoch, 19. November
Begrüßung und Einführung durch das Institut français durch Anne Vassière und das Deutsch-Französische Jugendwerk/OFAJ.
Eisbrecher-Spiele zur Förderung des Kennenlernens.
Masterclass zum Thema „Escapismus im Film“ mit der Regisseurin Zora Rux.
An Hand des Kurzfims „What happens in your brain if you see a german word like
Weltschmerzverdrängungskonsumkritikausschüttungsmechanismuszeugentumschlagargumentgedankengebäude-verbot?“. besprachen wir die verschiedenen Effekte im Film.
Anschließend wurden die Drehbücher für die Kurzfilme geschrieben geschrieben.
Das Abendessen genossen die Teilnehmer in der Repke Spätzlerei.
Abends im Aletto.
Tag 2 – Donnerstag, 20. November
Masterclass zur Bildgestaltung mit Christoph Hochhäusler, deutscher Regisseur und Autor der Berliner Filmhochschule.
Es schwirrte nur so von Fachbegriffen: Einstellungen, POV-Sandwich (Betrachter + Point of View + Betrachter) Kamerabewegungen, Bildformate … alles an Hand von Filmbeispielen anschaulich gezeigt.
Es folgten die Proben und Dreharbeiten der Kurzfilme.
Einst ausschließlich in Berlin verortet, findet die Französische Filmwoche zwischenzeitlich in 27 Städten statt. Am Abend fand die Eröffnung im Delphi Filmpalast statt, wo der Film „L’Etranger“ (eine Adaptation des Buches von Albert Camus Der Fremde) von François Ozon gezeigt wurde. François Delattre (Botschafter der Republik Frankreich in Deutschland) eröffnete in Anwesenheit des Regisseurs François Ozon die Französische Filmwoche. François Ozon Ozon beantwortete dem Publikum ausführlich Fragen zum Film. Der Film L’Étranger startet am 01.01.2026 in den deutschen Kinos.
Tag 3 – Freitag, 21. November
Montage der Kurzfilme
Besuch des Green-Screen-Studios im Institut français „Sur Mesure“. Hier führte uns Pierre-Jérôme Adjedj in die Technik ein und die Kinder konnten zuschauen, wie ihre Gesichter in andere Hintergründe eingefügt oder die ganze Person in ein Schachspiel gestellt wurde. Alle technischen Möglichkeiten wurden genau erklärt.
15:30 Uhr Präsentation der Kurzfilme vor Publikum und anschließende Diskussion.
Im Cinéma de Paris wohnten wir dem Film von Cinéfête „Le Panache“ bei und waren anschließend zu einem Empfang im Boris Vian Saal des Institut français eingeladen.
Foto: Sebastian Gabsch Fotografie
Foto: Sebastian Gabsch Fotografie
Um 19:00 Uhr trafen wir uns im Restaurant „Zen“ zum Essen.
La femme la plus riche au monde von Thierry Klifa mit Isabelle Huppert.
Anschließend wohnten wir um 20:30 Uhr der deutschen Vorpremiere des Films „Die reichste Frau der Welt“ mit der französischen Schauspielerin Isabelle Huppertin der Hauptrolle im Cinéma Paris in Anwesenheit des Regisseurs Thierry Klifa bei.
Doris Diller, Thierry Klifa, Ines Penke
Tag 4 – Samstag, 22. November
Nach einem gemeinsamen Frühstück im Hotel Aletto verabschiedeten sich die Teilnehmer voneinander.
Ergebnisse der Medienresidenz
Diese kreative Zusammenarbeit und der Austausch zwischen den Teilnehmern aus Deutschland und Frankreich haben nicht nur das Verständnis für die Medienwelt vertieft, sondern auch wertvolle interkulturelle Erfahrungen ermöglicht. Die Medienresidenz war ein voller Erfolg und wird sicherlich lange in Erinnerung bleiben und die deutsch-französischen Freundschaft festigen.
Unser besonderer Dank gilt den Leitern des Workshops Luis Schubert und Sylvain Cruiziat, Zora Rux, Christoph Hochhäusler und Pierre-Jérôme Adjedj, sowie Anne Vassevière, Alicia Theokritoff und Louise Coschieri-Sommer vom Institut français in Berlin.
Weitere Impressionen unser Zeit in Berlin:
In der Médiathèque konnte man sich umschauen….
Vor der Französischen Botschaft.
Besuch im französischen Buchladen Zadig – Librairie françaiseZadig in Berlin.
Besuch der Sophienkirche, in der Martin Luther King gepredigt hat.
Nun heißt es Abschied nehmen… ein paar Tränen fließen….
Die Schulfamilie gratuliert den Schülern und den Schülerinnen, die heute ihre DELF Diplome erhalten haben:
Ines Penke A1, Deaon Neumann A1, Jimmy Kranzusch A1, Meike Kirscht A1 und A2 und Joyce Mafor B2!
In diesem Schhuljahr gibt es die Möglichkeit sich in der DELF-AG auf die nächsten Prüfungen am 21. März in Prenzlau und 12. Juni in Berlin vorzubereiten. Die Anmeldungen sind eröffnet! Nur Mut!
Rund 200 Schülerinnen und Schüler aus ganz Brandenburg haben heute beim Landestreffen des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ über das politische Engagement für ein Schulleben gesprochen, in dem auf mögliche Diskriminierung sensibel geachtet und eingegangen wird. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften tauschten sich die Jugendlichen in Workshops über verschiedene Themen, unter anderem Mobbing und Rassismus, aus und erarbeiteten Maßnahmen für den schulischen Alltag. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Liedermacherin Dota. Die Regisseurin, Moderatorin und Bundesverdienstkreuzträgerin Mo Asumang hielt einen Impulsvortrag und gab einen Workshop zum Thema Dialogkompetenzen.
Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke begrüßte als Schirmherrin der Veranstaltung die Teilnehmenden im Plenarsaal und lobte die Courage der Schulen: „Sie sind heute hier, weil Ihre Schulen sich entschieden haben mitzuziehen. Nicht ein paar Engagierte, sondern alle – denn nur dann entstehen Projekte, die tragen: Projekttage, Ausstellungen, Diskussionen, Gedenkformate, Konzerte, Kunstaktionen und Begegnungen mit Politik. Fast täglich passiert irgendwo in diesem Netzwerk etwas. Das macht Mut.“
Im Land Brandenburg tragen mittlerweile 115 Schulen den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Dieser beinhaltet die langfristige Verpflichtung, Aktionen und Projekte gegen Rassismus durchzuführen. Die Landestreffen werden von den Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie Brandenburg (RAA Brandenburg) koordiniert. Vertreten waren in diesem Jahr Courage-Schulen aus Angermünde, Bad Belzig, Barnim, Beeskow, Bernau, Blankenfelde-Mahlow, Blönsdorf, Brandenburg an der Havel, Cottbus, Eichwalde, Falkensee, Forst, Frankfurt (Oder), Fürstenwalde, Gransee, Guben, Hohen Neuendorf, Königs Wusterhausen, Lauchhammer, Lübbenau, Luckau, Luckenwalde, Nauen, Oranienburg, Petershagen, Potsdam, Rathenow, Schönefeld, Schorfheide, Schwedt (Oder), Senftenberg, Werder (Havel), Wiesenburg, Wildau, Woltersdorf und Wustermark.
09:00 Uhr Führung durch den Landtag 09:30 – 10:00 Uhr Ankommen, Einteilung in die Workshops 10.00 – 10.50 Uhr Auftaktplenum ▪ Begrüßung Prof. Dr. Ulrike Liedtke, Landtagspräsidentin Brandenburg ▪ Grußwort Steffen Freiberg, Minister für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg ▪ Interview Eberhard Seidel, Geschäftsführer Bundeskoordination SOR-SMC und Miriam Apffelstädt, Geschäftsführerin RAA Brandenburg ▪ Input Mo Asumang, DialogBotschafterin, Autorin, Regisseurin, Moderatorin, Filmemacherin, Dialogkompetenz ▪ Musikalische Gestaltung: Dota Moderation: Andrea Rauch (Landeskoordinatorin SOR-SMC), Maria Waligora (SOR-SMC Alumna) 11.00 – 15.00 Uhr Workshops Schüler*innen Workshops 1. Mo Asumang (DialogBotschafterin, Autorin, Regisseurin, Moderatorin, Filmemacherin), Mo Lab – Dialogbotschafter:innen 2. Henrike Tipkämper, Maike Täubert (Netzwerk für Demokratie und Courage Berlin/Brandenburg), Hass off- und online. Wie ihr rechte Leute erkennen und denen kontern könnt! 3. Nene Opoku, Stefan Kollasch (Care e.V.), Klima Macht Krise 4. Beate Rabe (Filmbildung und Vermittlung, Filmmuseum Potsdam), Peerleaderführung durch die Ausstellung „How t catch a Nazi“ 5. Hana Hlásková, (Bildungsreferentin Garnisonkirche Potsdam), So geht Demokratie! 6. Lennart Wrana (Kanzi e.V.), Rap gegen Rassismus 7. Mouhammad Ebrahem, Jörg Stopa, (RAA Potsdam), Gemeinsamkeit und Zusammenhalt 8. Katrin Wuschansky (FES), Luisa Molendzinski (RAA Brandenburg), FES-Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ Vorstellung der Peer-Leader-Konzeptes 9. Luisa Schröder, Phuong-Thuy Nguyen (Care e.V.), Unterricht & Schulalltag diskriminierungsfreier gestalten – Diversität (an)erkennen und Partizipation ermöglichen 10. Prof. Dr. Andreas Petrik, (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Was bedeutete das Neutralitätsgebot für Schulen und wie neutral muss Schule sein? Mittagspause von 12:30-13:30 Uhr Buffet vor dem Plenarsaal 15.15 – 16.00 Uhr Abschlussplenum ▪ Blitzlichter des Tages ▪ Ein Einblick in Courage-Aktivitäten – Präsentationen von Schulprojekten ▪ Eure und Ihre Stimmen aus den Schulen – das offene Mikrofon
Programm:
Nach diesem langen Tag nutzten wir die Gelegenheit, etwas von Potsdam zu sehen:
Am 23. September 2025 fuhren interessierte Schüler und Schülerinnen in die Französische Botschaft in Berlin, um dem Debattierwettbewerb „Utopia Europa“ beizuwohnen.
Das Büro für Hochschulkooperation und die Deutsch-Französische Hochschule haben in Zusammenarbeit mit dem Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland und der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland im Jahr 2025 zum sechsten Mal den Debattierwettbewerb „Utopie Europa“ organisiert. In dieser Ausgabe waren die Studierenden eingeladen, sich mit der folgenden Frage auseinanderzusetzen: „Teilhabe und Engagement: der Jugend in Europa eine Stimme geben“.
Die teilnehmenden Universitäten waren dieses Jahr die Hochschule Darmstadt, die Universität Gießen und die Hochschule Fulda.
Demokratie ist nichts Selbstverständliches. Die Ideen der Studierenden beeindruckten uns.
Das Leben ist eine Lektion der Resilienz – Zeitzeugenbericht von Lily Leignel (geb. Keller-Rosenberg), Überlebende der Vernichtungslager Ravensbrück und Bergen-Belsen
Herr Cnyrim, Herr Acquatella, Frau Dörk, Frau Lili Keller-Rosenberg, Herr Link, Herr Moritz, Frau Vom Hofe, Frau Diller
Am 5. November 2025 bot sich rund 120 Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Talsand die besondere Gelegenheit, den ergreifenden Bericht von Frau Lili Leignel (geb. Keller-Rosenberg), einer Überlebenden der Vernichtungslager Ravensbrück und Bergen-Belsen, zu folgen. Seit vielen Jahren setzte sich Frau Leignel aktiv dafür ein, ihre Erfahrungen weiterzugeben und junge Generationen über die Gefahren von Antisemitismus und Intoleranz aufzuklären.
Am 15. September 1932 in Croix (Nordfrankreich) in eine jüdische Familie ungarischer Abstammung geboren, wurde Lili Keller-Rosenberg im Alter von nur 11 Jahren, am 27. Oktober 1943, zusammen mit ihrer Familie verhaftet und in das Sammellager Mechelen in Belgien transportiert. Während ihr Vater nach Buchenwald deportiert wurde, erlebte sie mit ihrer Mutter und ihren Brüdern die Deportation nach Ravensbrück und später nach Bergen-Belsen, wo sie am 15. April 1945 befreit wurde.
Nach der Begrüßung und Einführung durch Herrn Rektor Carl Cnyrim, folgten eindringliche Grußworte von Frau Karina Dörk, Landrätin der Uckermark, Herrn Silvio Moritz, 1. Beigeordneter der Stadt Schwedt/Oder, Herrn Marek Wöller-Beetz, 1. Beigeordneter und gewählter neuer Bürgermeister der Stadt Prenzlau Und von Herrn Julien Acquatella, Leiter von CIVS. Neben den genannten waren weitere geladene Gäste Frau Coralie Vom Hofe von der Französischen Botschaft, Herr Schulrat Joachim Link und Herr Dr. Stephan Diller, Leiter des Dominikanerklosters Prenzlau.
Nach den Grußworten teile Frau Leignel eindrucksvoll und ergreifend mit dem Auditorium, ihre Erinnerungen, ihre persönlichen Erfahrungen und Schrecken mit dem Holocaust, eine alles in allem sehr bewegende Geschichte, in der die Unbeschwertheit der Jugend auf die unaussprechliche Grausamkeit der Menschen trifft, wobei aber auch die unglaubliche Widerstandsfähigkeit der Jugend deutlich wird. Frau Leignel betonte mehrfach die Bedeutung von Resilienz und Menschlichkeit und forderte die Schüler und Schülerinnen auf, ihr zu schreiben und ihre Botschafter zu werden, um das Vergessen zu verhindern, sich aktiv für Demokratie, Vielfalt und gegen Extremismus einzusetzen, um so für alle Menschen – ohne Rücksicht auf Herkunft oder Religion – eine Zukunft in Frieden und ohne Rassismus zu gestalten.
Ein besonderes Erlebnis für alle Beteiligten war die Herzlichkeit und Offenheit, mit der Frau Leignel die zahlreichen interessierten Fragen aus der Schülerschaft beantwortete. Abschließender Höhepunkt der Veranstaltung bildete das Fotoshooting mit den Schülerinnen und Schülern der verschiedenen Jahrgangsstufen.
Jahrgang 8
Jahrgang 10Jahrgang 11
Die von Frau Doris Diller, Leiterin der AG Schule mit Courage der Gesamtschule Talsand, in Zusammenarbeit mit der Französischen Botschaft in Berlin und der Kommission für die Entschädigung der Opfer von Enteignungen aufgrund der antisemitischen Gesetzgebung während der Okkupationszeit (CIVIS) organisierte Veranstaltung war ein Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung Widerstand Verfolgung Deportation – Frauen aus Frankreich im KZ Ravensbrück, 1942–1945 der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück im Landesarchivs Berlin und fand an der Kunst- und Musikschule Schwedt/Oder statt. Besonderer Dank geht an Herrn Julien Acquatella, dem Leiter von CIVIS, und an Frau Coralie Vom Hofe von der Französischen Botschaft für ihre Unterstützung bei der Planung der Veranstaltung. Das Projekt fand in Kooperation mit der Partnerschaft für Demokratie Uckermark statt und wurde gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Weitere Unterstützer, ohne deren Hilfe die Veranstaltung nicht hätte durchgeführt werden können, waren:
Städtische Museen der Stadt Schwedt/Oder: Frau Anke Grodon, Leiterin der Museen, unterstützte mit ihrem Team bei der Planung der Veranstaltung, beim Aufbau und der Betreuung der Technik und beim Empfang der Gäste. Zudem wurde eine Führung durch das jüdische Museum und den jüdischen Friedhof mit Frau Leignel und den Gästen aus der Französischen Botschaft durchgeführt.
Dominikanerkloster in Prenzlau: Das Dominikanerkloster ist Kooperationspartner der Gesamtschule Talsand. Der Leiter des Dominikanerklosters Prenzlau, Herr Dr. Stephan Diller, koordinierte die Planung, Organisation und Durchführung der Veranstaltung.
Stadt Schwedt: Der 1. Beigeordnete der Stadt unterstützte die Veranstaltung persönlich und mit einem Grußwort.
Kunst- und Musikschule Schwedt: Sie stellte kostenlos Saal, Technik und Bestuhlung zur Verfügung.
Echoo Konferenz Dolmetschen Berlin: Simultanübersetzung der Veranstaltung.
PCS Konferenztechnik Berlin: Bereitstellung der Konferenzempfänger.
Frau Lili Leignel, geb. Keller-Rosenberg, gilt unser ganz besonderer Dank für dieses unvergessliche Erlebnis.
Am Montag startete im Jüdischen Museum Schwedt/Oder das deutsch-polnische Schülerprojekt zur aktuellen Ausstellung „Vertriebene 1939 – Deportationen von polnischen Bürgern aus den ins Dritte Reich eingegliederten Gebieten“.
Teilnehmer und Programm
34 Schülerinnen und Schüler aus Chojna und Schwedt (AG Schule mit Courage der Gesamtschule Talsand) lauschten den Erklärungen des Filmemachers Herrn Jacek Kubiak. Er erklärte, wie man an den Kontakt mit Zeitzeugen kommt und betonte die Wichtigkeit, den Menschen wirklich zuzuhören. Die Emotionen, die bei den Zeitzeugen durch das Erinnern und das in Worte fassen dieser Erinnerungen entstehen, empfindet auch der Zuhörer mit. Es entsteht eine Beziehung mit und eine Wertschätzung für den anderen.
Filmvorführung und Live-Bericht
Der Film von Herrn Kubiak stellte diese These eindrücklich unter Beweis. Die Dokumentation „Eine Blonde Provinz“ ließ die Geschichte der Vertreibung aus verschiedenen Sichtweisen durch Zeitzeugen lebendig werden und steckte voller Emotionen. Zusätzlich zu diesem digitalen Erlebnis hatten die Jugendlichen das besondere Erlebnis eines Live-Berichts durch den Beigeordneten der Stadt Schwedt/Oder, Silvio Moritz. Er schilderte die Geschichte einer eng befreundeten Familie, deren Schicksal der Zweite Weltkrieg noch bis in die jüngste Vergangenheit prägte, mit sehr bewegenden Worten und einem Baumstamm.
Kreatives Gestalten und Austausch
Die Jugendlichen hatten die Gelegenheit, ihre Gedanken und Emotionen zu verschiedenen Themen auf Deutsch und auf Polnisch gemeinsam aufzuschreiben. Im Museumsgarten wurden sie mit einem Mittagessen versorgt. Nach dieser Stärkung gab es am Nachmittag in der Galerie am Kietz ein vergnügliches kreatives Gestalten von Leporellos. Fleißig wurde geschnitten, geklebt und gemalt, um die Leporellos für die Zeitzeugenberichte zu gestalten. Die Schüler zeigten sich stolz ihre Produkte und nahmen voneinander Abschied.
Aufgaben und nächste Treffen
Jeder ging mit einer Idee für seine Aufgabe nach Hause: In den kommenden vierzehn Tagen soll im Bekanntenkreis nach Geschichten und Erinnerungen zum Zweiten Weltkrieg geforscht werden. Die Faltbücher dienen zum Festhalten dieser Erzählungen in Bildern, Fotos, Collagen, Zeichnungen, Berichten oder Zeitungsausschnitten. Ebenfalls kann sich mit den Begriffen „Flucht“ und „Vertreibung“ auseinandergesetzt werden.
Am 29.09. treffen wir uns wieder mit den polnischen Schülern aus Chojna im jüdischen Museum in Schwedt, präsentieren uns unsere Ergebnisse und schauen uns die Ausstellung von Herrn Kubiak „Vertriebene 1939…“ mit ihm gemeinsam an.
Danksagung und Präsentationen
Besonderer Dank geht an das Museumsteam für die Vorbereitung und Organisation dieses Projektes, an die Menschen, die sich um das leibliche Wohl gekümmert haben und natürlich an die fleißigen Dolmetscher, die simultan ins Deutsche und ins Polinische übersetzten, so dass die Sprache keine Barriere darstellte. Ein beonderer Dank geht an Herrn Kubiak, der sich die Zeit für uns nahm und uns aus erster Hand erzählen konnte!
Vorgesehen ist es, die entstandenen Produkte am 4. und 5. Oktober 2025 von 14 – 17 Uhr und zum Saisonstart 2026 im Jüdischen Museum zu präsentieren.
Am 21. Mai 2025 besuchte eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern unter Leitung von Frau Doris Diller (Schule mit Courage, Französisch und LER Unterricht) die Französische Botschaft in Berlin. Anlass war eine Einladung besonderer Art: Der Zeichner Renald Luzier, genannt LUZ, stellte die deutsche Ausgabe seiner Graphic Novel „Deux filles nues“, zu Deutsch „Zwei weibliche Halbakte“ vor. Das Buch ist der aktuelle Gewinner des Fauve d´Or beim Internationalen Comicfestival von Angoulême in Frankreich.
Die Fotos dieses Beitrags sind mit freundlicher Genehmigung von der Französischen Botschaft bereitgestellt worden.
Das Buch erzählt die Geschichte eines 1919 vom deutschen expressionistischen Künstler und Lithograf Otto Mueller (1874–1930) gemalten Bildes, das von den Nazis 1934 als entartete Kunst enteignet wurde, bevor es über Umwege letztendlich wieder im Museum in Köln landete.
LUZ nimmt eine originelle Perspektive ein, indem er diese Geschichte aus der Sicht des Gemäldes selbst erzählt – ohne das Bild tatsächlich im Buch abzubilden – und so eine Reflexion über Kunst, Erinnerung und politische und kulturelle Zensur bietet.
Unsere Gruppe hatte das Privileg, uns vor der eigentlichen Buchpräsentation mehr als zwei Stunden in einem persönlichen Ateliergespräch mit dem Künstler auszutauschen. LUZ – Zeichner, Künstler, Autor – skizierte uns in einem sehr intimen Gespräch, den Prozess der Entstehung seines Buches, angefangen von ersten Ideen, die erweitert, verworfen und dann durch Geistesblitze sich in die endgültige Form verwandelten. Nach einem Jahr intensiver Arbeit vollendete er sein Buch, zu einem Zeitpunkt, der zufälligerweise mit dem Ergebnis der Wahl zum Europaparlament zusammenfiel. Dass die Ergebnisse dieser Wahl ihn dermaßen erschrecken würden, hatte er zu Beginn seiner Arbeit nicht ahnen können. Die Notwendigkeit des Erinnerns durch Künstler an die nachfolgenden Generationen wurde durch das Wahlergebnis augenfällig. Die häufig nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem damit verbundenen Niedergang des Nationalsozialismus angeführte Behauptung, man hätte nichts von den Gräueltaten gewusst, ist in der heutigen, digital vernetzten Welt durch die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Informationen nicht mehr tragbar. Da rechtsextreme Bestrebungen in der heutigen Zeit – nicht nur in Deutschland und in Frankreich –, offensichtlich sind, sind Beiträge wie dieses Buch von extremer Wichtigkeit, um Erinnerungen und Mahnung zugleich weiter zu tragen.
Der schwere Zugang zum Thema „Nationalsozialismus“ wird durch weitere thematische Aspekte wie Liebe, Hass und Humor für den jugendlichen Leser etwas erleichtert.
Nach dem Attentat auf die Redaktion von Charlie Hebdo im Jahr 2015 entstand das Bedürfnis nicht mehr nur Karikaturen für einen bestimmten Moment zu gestalten, sondern an längeren Sequenzen zu arbeiten und schließlich ganze Bücher zu zeichnen.
Im Ateliergespräch erzählte LUZ, wie sehr er die gemeinsamen Redaktionssitzungen bei Charlie Hebdo – er war über 20 Jahre Mitarbeiter der Redaktion – genossen hat. Nach dem Attentat ist für ihn das Leben mit den Charakteren seiner Geschichten ein sicherer Zufluchtsort geworden. Es ist, als ob er morgens aufsteht und die Menschen aus seinem Buch sich mit ihm an einen Tisch setzen, sie zusammen leben und kommunizieren.
LUZ erwähnte nur kurz, dass sein Leben seit 10 Jahren von immer präsentem Polizeischutz begleitet ist, und er diesen Moment mit uns hier in der französischen Botschaft in Berlin sehr genossen hat.
Im Anschluss an unser Ateliergespräch waren wir Gast der eigentlichen, abendlichen Buchpräsentation, die von Ines Rotermund-Reynard. Mitarbeiterin des Musée d’Orsay in Paris, moderiert wurde. Und uns so ganz nebenbei Einblicke in den deutschen Expressionismus gab.
Begrüßt, verbunden mit einem besonderen Dank an unsere Schwedter Gruppe, wurden wir von seiner Excellenz dem französischen Botschafter Franois Delattre, der die Notwendigkeit, sich in diesen Zeiten mit der Ausgrenzung von Menschen und Bildern im 3. Reich zu beschäftigen betonte und hofft, dass besonders junge Menschen sich über dieses Medium ansprechen lassen.
Der Abend stand unter dem Motto „Nichts von den dunklen Stunden unserer Geschichte zu verschweigen, bedeutet ganz einfach, eine Idee des Menschen zu verteidigen, seiner Freiheit und Würde.“ Diese Aussage von 1995 stammt von Jacques Chirac, dem ehemaligen französischen Staatspräsidenten.
Unser besonderer Dank gilt den Mitarbeitern der Französischen Botschaft – besonders Frau Louise Coschieri-Sommer – für die erneute Einladung zu diesem außergewöhnlichen Tag. Wir werden diesen intimen und intensiven Moment nicht vergessen. Alle Beteiligten nahmen eine tiefe Dankbarkeit für diese Begegnung in ihren Herzen mit nach Schwedt. Wir waren uns einig, dass wir von diesem Erlebnis noch oft erzählen werden.
Ein herzliches Dankeschön an LUZ, dass er sich für uns diese Zeit genommen hat!