Deutsch-polnische Begegnung

Trotz der derzeitigen pandemischen Einschränkungen auch für internationale Schülerbegegnungen war es unseren polnischen Freunden möglich, im Januar wieder ein deutsch-polnisches Projekt mit unserer Partnerschule aus Gryfino zu organisieren. 25 deutsche und 25 polnische Schülerinnen und Schüler nahmen an 2 Schulungen teil.


„Cybersichere Schüler – Cybersichere Schule“
In der ersten Schulung wurde das Cybermobbing vorgestellt. Die Teilnehmer wurden mit dem Problem des aggressiven Verhaltens bekanntgemacht, das zum Ziel hat, anderen Personen Schaden zuzufügen. Sie können beleidigt, verspottet und erschreckt oder ihre kompromittierenden Bilder im Netz gepostet werden. Die langfristigen Folgen einer Online-Verfolgung betreffen sowohl Opfer von Cybermobbing als auch deren Täter.
Kinder, die Gewalt erleben, haben häufiger psychosomatische Probleme, Depressionen, Angstzustände oder ein vermindertes Selbstwertgefühl. Im Extremfall können bei ihnen Selbstmordgedanken auftreten, die nicht selten zu Selbstmordversuchen führen. Schädliche Inhalte im Internet und Sexting (Verschicken von intimen Fotos und Videos mit moderner Technologie) können die Psyche junger Menschen stören.
Es wurde auch der Begriff des Pato-Streamings erklärt, d. h., die Live-Übertragung von Material, das sozial verwerfliche Verhaltensweisen zeigt, z. B. Schlägereien, Flamingos (die Streit im Internet anstiften), meist sinnlose, hasserfüllte, aggressive und negative Kommentare im Internet sowie Cyberstalking (eine Online-Variante der traditionellen Verfolgung von Personen).
Mit Begriffen wie Identitätsdiebstahl und Grooming (Verführung von Kindern im Internet) wurde sich auch auseinander gesetzt.

„Einen Film machen – Grafiken und Animationen für Jugendliche“
Das vergangene Jahr hat sich als schwierige Zeit erwiesen, die aber auch neue Lehrmöglichkeiten eröffnete – sowohl für Schüler als auch für Lehrer. Die von der traditionellen in die Online-Welt verlagerte Bildung hat die Schulen mit vielen Problemen konfrontiert, die regelmäßig gelöst werden mussten. Nicht alle Schüler waren in der Lage, ihre eigene Arbeit, oft ohne die notwendige Unterstützung zu Hause, zu organisieren. In der Schule ist es auch schwierig, allgemein geltende Verfahren einzuführen oder eine Vielzahl von Beschränkungen anzuwenden.
Grafik- und Computeranimationskurse sind das perfekte Angebot für Jugendliche, die künstlerische Leidenschaft mit moderner Technologie verbinden möchten. Neben Theorien, Regeln und Konzepten im Zusammenhang mit Grafiken haben sie die Praxis kennengelernt. Die Teilnehmer verwendeten die neuesten technischen Medien und Geräte, u.a. Laptops, und erstellten selbstständig außergewöhnliche Grafiken.
Ziel der Schulung war die Einführung in Computergrafiken. Die Teilnehmer erfuhren mehr über Grafikprogramme, Grafik-Apps, Farbmodelle und Entwürfe von Nutzgrafiken und erarbeiteten sich Grundwissen von Animationstechniken.
Sie entwarfen und produzierten einen Film und beschäftigten sich mit dem Ton und der Filmmontage sowie dem Filmformat.

Beata Piekarz, Projektleiterin

Dieses Projekt wird durch die Europäische Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt (Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern / Brandenburg / Polen, www.interreg5a.info)

Workshop zur Einführung in die Kartografie

Im Rahmen des Interreg-Projektes „Das Meer – Pommern – die Grenzregion als Orte des deutsch-polnischen Dialogs. Grenzübergreifendes Netzwerk zur wissenschaftlichen Kooperation und historischen Bildung über Ostsee und Odergebiet“ bot das Schwedter Stadtmuseum einen Schülerworkshop zum Thema „Einführung in das Spezialgebiet der Kartografie“ an.

Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Jahrgangsstufe 11 stellten sich dem für sie neuen Terrain, in dem es um das Erlernen von Strategien zum Lesen und Verstehen historischer Karten ging. Zunächst hielt Radoslaw Skrycki, renommierter Professor an der Universität Szczecin, anhand von Karten des 17. – 19. Jahrhunderts einen anschaulichen Vortrag über die Grundlagen der Kartografie, der simultan übersetzt wurde.

Anschließend gelang es den Schülern in Gruppenarbeit in historischen Karten von Schwedt vorgegebene Orte zu finden und nahezu detailgetreu zu kennzeichnen. Den Abschluss bildete die Suche eines „Verschwundenen Ortes“, der vorher auf den Karten entdeckt wurde. Hierbei handelte es sich um die Schanzanlagen des Schwedenkönigs Gustav Adolf II. aus dem Dreißigjährigen Krieg im Park Heinrichslust, die mit Hilfe des genauen Deutens der historischen Karten vor Ort auch gefunden wurden.

Ein besonderer Dank gilt dem Team vom Stadtmuseum, Frau Grodon, Frau Boßdorf und Frau Dittberner, für die interessante Gestaltung des Workshops.

Dieses Projekt wurde durch die Europäische Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt.

R. Johs

Gesunder Körper und gesunder Geist in der Pandemiezeit

In unserer Schule wurde in der Zeit vom 20.02.2021 bis zum 31.05.2021 wieder ein Projekt mit der Partnerschule aus Gryfino realisiert.

Zu den Zielen des Projektes gehörten:

  • Erarbeitung der Sicherheitsvorschriften in der Zeit der Corona-Pandemie für Lehrer aus beiden Schulen.
  • Die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Partnern in der Sprache des Nachbarn in der Pandemiezeit und in der Zukunft.
  • Die Teilnahme am Projekt ermöglichte, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, die die tägliche Arbeit der Lehrer aus beiden Schulen in der Pandemiezeit verbessern.

Im Rahmen des Projektes wurden 2 Online-Schulungen durchgeführt:

Vorbeugung von Depressionen, die durch die soziale Isolation, Einschränkungen und die Krankheit selbst verursacht werden.“

Das Ziel dieser Schulung war es, über das Phänomen der Depression unter den Kindern, Jugendlichen und Lehrern zu informieren. Es wurden Symptome vorgestellt und Maßnahmen, mit denen auf Depressionen in der Schule und in anderen Bildungseinrichtungen reagiert werden könnte, um den an Depressionen leidenden Schülern und ihren Familien helfen zu können. Berücksichtigt wurde das Verhalten unter Pandemiebedingungen und im Distanzunterricht.

Ernährungsfehler, die das Immunsystem schwächen. Was muss man vermeiden, worauf verzichten? Wie kann man das Immunsystem stärken?“

Während der Schulung erlangten die Teilnehmer Wissen zu folgenden Themen:

  • Gesunde Ernährung = Gesundheit.
  • Starkes Immunsystem – eine Voraussetzung für den erfolgreichen Kampf gegen Viren.
  • Wie beeinflusst die richtige Ernährung unser Immunsystem?
  • Grundregeln der gesunden Ernährung in der Pandemiezeit aus der Sicht WHO.
  • Eine Diät, die hilft, Infektionen zu bekämpfen.

Das in den Schulungen erworbene Wissen wird nun den Schülern im Rahmen einer Präventionsmaßnahme gegen COVID-19 vermittelt.

Die Schulungen halfen, das Wissen zu dem Thema zu systematisieren, gaben Inspirationen und lehrten, eine richtige Ernährungsauswahl zu treffen. Die Schulungen fanden online statt.

Dieses Projekt wurde durch die Europäische Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt.

Katarzyna Kubacha, Beata Piekarz

Integration in Kolberg

Zum wiederholten Male trafen sich Lehrkräfte unserer Schule mit Kolleginnen und Kollegen einer unserer Partnerschulen aus dem polnischen Gryfino zum gemeinsamen integrativen Erfahrungsaustausch. Diesmal ging es vom 28.02.-01.03. unter der Projektthematik „Sichere Schule“ nach Kolberg an die polnische Ostsee. Die Begegnung wurde von der „Interreg“ unterstützt, einem Programm der Europäischen Union zur Förderung internationaler und besonders interregionaler Beziehungen zwischen europäischen Nachbarstaaten.

Nach einem ersten Integrationsabend mit intensiven Gesprächen über die jeweiligen Besonderheiten deutschen sowie polnischen Lehrens und Lernens ging es am Samstag nach Chelm Gryficki zu Workshops, die im Rahmen der Projektthematik Anti-Terror- und Selbstverteidigungsübungen beinhalteten. Ein rustikales Abendbrot am Lagerfeuer rundete das gelungene Wochenende ab, das von unseren polnischen Freunden in gewohnter Weise mit viel Aufwand und Liebe organisiert wurde.

Den beiden Cheforganisatorinnen, Beata Piekarz und Ania Sawicka, gebührt dabei ein ganz besonderer Dank!

Die nun schon seit Jahren etablierten Integrationsveranstaltungen, sowohl der Schüler- als auch der Lehrerschaft, zeigen ein positives Beispiel deutsch-polnischer Freundschaft, was gerade in heutigen Zeiten europäischer Bewährung immer mehr an Bedeutung gewinnen sollte.

R. Johs

Vor dem Hotel „Seaside Park“ in Kolberg
Wohlverdiente Entspannung nach getaner Arbeit
Ausgiebiger Strandspaziergang bei eiskaltem Ostwind
Dreamteam
Beim Workshop
Selbstverteidigung 
Geländefahrt mit einem über 30 Jahre alten russischen „Ural“
Bitte festhalten! 

Deutsch-polnisches Lehrertreffen in Eberswalde

Eine weitere Integrationsveranstaltung im Rahmen der deutsch-polnischen Verständigung führte einen Teil unserer Lehrerschaft mit Kollegen des Lyzeums aus dem polnischen Gryfino Ende Oktober in das Waldsolarheim nach Eberswalde. Diese wurde von der „Interreg“ unterstützt, einem Programm der Europäischen Union zur Förderung internationaler und besonders interregionaler Beziehungen zwischen europäischen Nachbarstaaten. Diesmal stand ein bilingualer Erste-Hilfe-Kurs auf dem Programm, der sowohl von den Johannitern als auch von einem polnischen Sanitäter geleitet wurde. In der mehrstündigen, sehr praxisorientierten Unterweisung wurden kompetent die Grundlagen der Ersten Hilfe vermittelt, sodass am Ende jeder Teilnehmer den Kurs erfolgreich als zertifizierter Ersthelfer abschließen konnte. Beim anschließenden geselligen Beisammensein wurde dann auch so manche Sprachbarriere überwunden…

Ein besonderer Dank gilt unserer Kollegin Katarzyna Kubacha, die als Cheforganisatorin für das erfolgreiche Intergrationswochenende verantwortlich zeichnet.

R. Johs

Üben der „Stabilen Seitenlage“
Anlegen diverser Verbände
Beatmung und Herz-Druck-Massage
Den deutsch-polnischen Ersthelferkurs erfolgreich absolviert

 

Deutsch-polnischer Workshop an der Ostsee

Vom 26.09. bis zum 28.09.2018 nahmen 20 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 unserer Schule an einem deutsch-polnischen Workshop an der polnischen Ostsee in Miedzywodzie teil. Es handelte sich hierbei um ein Treffen mit der Schule „Zespół Szkół Ogólnokształcących“ aus Gryfino. Auf die insgesamt 40 Schülerinnen und Schüler wartete ein vielfältiges und interessantes Programm rund um das Thema „Gesunder Lebensstil“. Durchgeführt wurden sportliche Aktivitäten, wie zum Beispiel ein Besuch im Schwimmbad, ein Volleyballturnier, die Nutzung des Trampolins, usw. Neben der Vollverpflegung hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Gerichte (Obstsalat, Sandwiches, Gemüsespieße und Cocktails) unter kompetenter Anleitung zuzubereiten. So lernten sie die Grundlagen einer gesunden Ernährungsweise kennen. Aber auch die Arbeit in Teams war ein wichtiger Bestandteil. Somit konnten die deutschen und polnischen Jugendlichen ihre Fremdsprachenkenntnisse auf die Probe stellen. Die Integration beider Schulen wurde ebenfalls beim allabendlichen Lagerfeuer gefördert.
Zum gesunden Lebensstil gehört bekanntlich auch die Bewegung an der freien Luft. Lange Spaziergänge an der Ostsee oder durch den Wald standen auf dem Programm. Natürlich durfte ein Besuch des Wolliner Museums und des Nationalparks nicht fehlen, wo die Schülergruppe einheimische Tiere, wie z.B. den europäischen Bison, beobachten konnten.
Abgerundet wurde das tolle Programm durch einen aufschlussreichen Erste-Hilfe-Kurs. Hier lernten die Schülerinnen und Schüler die Wiederbelebung an Puppen und den Umgang mit dem Defibrillator kennen. Jedem wurde deutlich vor Augen geführt, dass lebensrettende Maßnahmen von hoher Wichtigkeit und von jedem durchführbar sind.
Auf diesem Weg möchten wir uns recht herzlich bei den Verantwortlichen der Gryfiner Schule bedanken, die diese spannenden und erlebnisreichen Tage organisiert haben. Unser Dank gilt natürlich auch dem europäischen Kooperationsprogramm „Interreg VA Mecklenburg Vorpommern/Brandenburg/Polen“. Durch ihre finanzielle Unterstützung konnte dieses internationale Zusammentreffen erst ermöglicht werden.
J. Szafran, D.Lorek

Projekt Segelzentrum

Unsere Schule nahm an einem gemeinsamen Projekt mit einem polnischen Gymnasium aus Stettin-Zdroje teil. Am 14. Juni 2018 fuhren wir, Schüler aus dem Polnischkurs der Jahrgänge 8. und 9., nach Stettin und besuchten dort das Segelzentrum. Die polnischen Schüler, die in Polen Deutsch lernen und wir verbrachten miteinander aktiv die Zeit und vertieften unsere Fremdsprachenkenntnisse. Wir fuhren dort gemeinsam Boote und Kanus und aßen zusammen zu Mittag. Das Wetter war perfekt für Kanufahren und wir hatten viel Spaß, leider verging der Tag zu schnell. Deswegen wollen wir das Projekt im September fortsetzen und uns noch einmal in Stettin treffen.
P. Kurlapska

Schüler machen Animationsfilme

20160609Am 6.06. wurde in unserer Schule ein Projekt zum Thema „Animationsfilme” angeboten. Dieser Workshop wurde von einer berühmten polnischen  Animationsfilmerin Izabela Plucińska durchgeführt.  Sie zeigte 12 Schülern aus der 7. Klasse, wie man aus Knete Geschichten zaubern kann. Frau Plucińska erklärte nur kurz die Drehtechnik und die Schüler konnten gleich anfangen, mit der Knetmasse zu spielen.  Die Begeisterung für diese Art der Kunst war groß. Die Schüler arbeiteten sehr fleißig und so entstanden ihre Figuren, die das deutsch- polnische Miteinandersein darstellen sollten. Einige Schüler waren dabei sehr kreativ und stellten ihre Vision dar, die das Thema weit überschritt. So sind die Kinder, und die Regisseurin wollte ihnen bei der Arbeit  keine Grenzen setzen. Das Endergebnis beeindruckte sie aber tiefst. Sie erzählte, dass sie zum ersten Mal mit Kindern so schnell, einen professionellen Animationsfilm drehte.

Der Film, der entstanden ist, dauert nur 22 Sekunden. Pro Filmsekunde wurden aber 24 Bilder gemacht, das heißt, dass die Schüler ihre Figuren 528 mal bewegten, damit wir auf dem Bildschirm eine Geschichte sehen können. Das war keine leichte Arbeit, deswegen bedanke ich mich bei allen, die an diesem Projekt teilgenommen haben.

Katarzyna Kubacha

Eine deutsch – polnische Polonaise

Der diesjährige deutsch – polnische Hunderttageball fand am 21. Januar 2011 im Schloss der pommerschen Herzöge in Stettin statt. Die deutsch – polnische Zusammenarbeit zwischen dem Omieczyński Lyzeum Nr. 1 in Gryfino und der Gesamtschule Talsand in Schwedt wurde von 89 Personen gefeiert. Die erhebende Atmosphäre des Balls unterstreicht ein seit 18 Jahren laufendes Integrationsprojekt.
Wunderschöne Kleider und rote Strumpfbänder auf den Oberschenkeln waren bei jedem Mädchen zu sehen. Die Männer in Anzügen, die die Fräuleins am Arm geleiteten, sahen wie Adlige aus dem 18. Jahrhundert aus. Das über 600 Jahre alte Stettiner Schloss der pommerschen Herzöge begrüßte mit vollem Pomp die Lehrer und Schüler des Lyzeums von Gryfino und der Gesamtschule Talsand aus Schwedt. Der Ball begann um 20 Uhr und als erstes wurden alle Lehrer und Lehrerinnen (11) und Schüler und Schülerinnen mit ihren Partnern (78) begrüßt. Der Hunderttageball hat eine sehr wichtige Bedeutung in der polnischen Tradition und einen speziellen Charakter – vor den Schülern stehen 100 Tage bis zu den vorerst wichtigsten Prüfungen in ihrem Leben – dem Abitur. Drei Jahre lang haben die polnischen Schüler mit ihren deutschen Partnern hart gearbeitet. Die deutsch – polnische Zusammenarbeit, die es den polnischen Schülern ermöglichte, die deutsche Schule zu besuchen, wurde im Jahre 1993 zwischen den Schulen aus Gartz und Gryfino initiiert. Im Januar 1995 fand der erste Hunderttageball der Gartzer Schule statt. Das Schicksal wollte es, dass auch die vorerst letzte Polonaise von den Schülern im Schloss abgetanzt wurde. Zurzeit lernen in den beiden folgenden Jahrgängen nur wenige polnische Schüler, so dass sich der Aufwand für ein so riesiges Fest nicht lohnen würde.
„Ich wollte schon immer die Polonaise mitmachen“ – sagte der Rektor der Gesamtschule Talsand Hartmut Zimmermann. „Ich freue mich, dass ich sie heute zum ersten Mal getanzt habe“. Der Rektor der Gesamtschule Talsand sagte in seiner kurzen Rede, dass er es bedauert, dass es gegenwärtig so wenige Interessenten in Polen gibt, die in Deutschland das Abitur ablegen wollen. „Ich hoffe aber, dass sich dieses Phänomen in den nächsten Jahren ändern und dass sich die inzwischen fest verwurzelte Zusammenarbeit weiter entwickeln wird“. Der Rektor schnitt um Mitternacht die Torte an, auf der die Aufschrift stand: „Die letzte Polonaise“. Der polnische Direktor sagte, dass er froh sei, dass die Deutschen und die Polen zusammen feiern. Er teilte aber auch mit, dass er sehr betrübt sei, dass zukünftig so wenige Polen an dem Projekt teilnehmen wollen und er versprach, dass sich die beiden Schulen bemühen werden, neue zukünftige Abiturienten zu finden. Die Schüler haben den Abend mit einem Kabarett, das von dem Leben der Schüler erzählt, die kurz vor dem Abi stehen, und mit einem Quiz bereichert. Einen besonderen Dank an die Tutoren und Lehrer – die Schüler überreichten Blumen als einen Ausdruck ihrer Dankbarkeit für die gemeinsame dreijährige Reise und trugen die selbst geschriebenen Gedichte über sie vor, die mit vollem Enthusiasmus angenommen wurden. Ein Glas Sekt bei dem zeitlosen Song „We are the champions“ von Queen und ein Walzer, getanzt vom Rektor der Talsandschule und der Polnischlehrerin Frau Kubacha eröffneten die Party und verdeutlichten die deutsch – polnische Integration. „Ich fand den Ball total schön, vor allem dass wir uns gegenseitig von der anderen, nichtschulischen Seite kennen lernen konnten. Gemeinsames Tanzen und die polnischen Traditionen sind für mich neu, aber die gefallen mir“ – sagte Linda Zeiske, eine der Teilnehmerinnen des Abends. Der polnische Aberglaube war für die meisten Deutschen nicht nur neu, sondern auch verwirrend. Die Polen glauben, dass nach dem Hunderttageball sich keiner mehr die Haare schneiden lassen sollte. Auch Tanzen ohne Schuhen kann Pech während der Abiturprüfungen bringen. Das rote Strumpfband sollte sich bei Mädels auf dem linken Oberschenkel befinden, auf der Seite des Herzens, damit sie kein Pech haben. Der alte Aberglauben besagt, dass wenn man absichtlich die Schritte bei der Polonaise verwechselt, viel Glück beim Abitur hat. Die Männer sollten ihre Lieblingskrawatte erst wieder zu Abiturprüfungen umbinden. Natürlich befördern diese Vorgänge keine guten Resultate, wenn man sich an die Examen erst eine Nacht vorher erinnert und hofft, dass die roten Slips Glück bringen. Der Hunderttageball, der genau 100 Tage vor der ersten Abiturprüfung am 3. Mai stattfand, war ein Ball, der zeigte, dass die historischen Grenzen zwischen den beiden an der Oder gelegten Nationen durch gemeinsames Kennenlernen zu überwinden sind. Obwohl der Ball unter dem Motto „Die letzte Polonaise“ stand, bleibt uns die Hoffnung, dass dieses Projekt noch in der nahen Zukunft wieder neue Impulse und Teilnehmer erhalten wird.
Lukas Pawlowski
Schüler der Gesamtschule Talsand Schwedt Jahrgang 13

Vokatium Oderregion 2010

Im toll restaurierten Schloss der pommerschen Herzöge in Stettin fand Ende September erstmals eine Messe für Ausbildung und Studium statt, deren Zielgruppe sowohl deutsche als auch polnische Jugendliche waren.
Auch unsere Schule gehörte zu den Ausstellern. In zahlreichen Gesprächen wurde unsere Einrichtung und besonders das deutsch-polnische Schulprojekt vorgestellt. Ob dadurch künftig wieder mehr Schülerinnen und Schüler aus unserem Nachbarland den Weg in unser Projekt finden wird sich zeigen.

H. Zimmermann

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