Koschere Gummibärchen
Wenn der Prophet nicht zum Berg gehen kann, muss der Berg eben zum Propheten kommen. So muss es sich auch das Jüdische Museum Berlin gedacht haben, als es sein Projekt “on.tour – Das JMB macht Schule” ins Leben rief. Auf Grund ihrer eindrucksvollen Bewerbung, für die Dr. Thomas Pieper verantwortlich zeichnet, ist die Gesamtschule Talsand als eine von fünf Schulen Brandenburgs ausgewählt worden, Gastgeber für die mobile Ausstellung des JMB zu sein. Das Konzept dieses mobilen Systems ist denkbar einfach, aber effektiv: In fünf roten, gepolsterten Würfeln befinden sich ausgewählte Exponate des Museums aus allen Bereichen der jüdischen Kultur, z.B. Religion, Alltagsleben, Feste, Speisevorschriften etc. Die Würfel sind sehr robust, man kann bzw. soll sogar auf ihnen sitzen, sie drehen und wenden, Objekte selbstständig entdecken und Objekttexte studieren, also anfassen erlaubt, anders als man es eigentlich von Museen kennt. Schüler der 8. und 10. Klassen setzten sich mit einzelnen Exponaten aufgabenbezogen auseinander. So erhielten sie ein Bild jüdischer Traditionen von der Tora-Rolle bis zur Spiderman-Kippa und erlebten, dass koschere Gummibärchen, bei denen die Gelatine nicht aus Schweineknochen gewonnen werden darf, geschmacklich von “normalen” nicht zu unterscheiden sind. In den Pausen war die Ausstellung dann für alle Schüler zugänglich, wovon auch rege Gebrauch gemacht wurde. Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 11 gingen in einem Workshop der Frage nach, wie es eigentlich war, als Jüdin oder Jude nach 1945 in Deutschland aufzuwachsen. Nachdem sich die Schülergruppen ein Foto der betreffenden Person, das für ein prägendes Erlebnis aus den Kindheits- oder Jugendtagen steht, ausgesucht hatten, konnten sie sich über einen iPod deren jeweilige persönliche Erlebnisse anhören. Diese Momentaufnahmen reichten von 1947 bis in die frühen 1990er Jahre und erinnerten die widersprüchlichsten Momente: Gefühle von Fremdheit und Zugehörigkeit, kleine Fluchten aus dem Alltag, Träume und Hoffnungen. Abschließend präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse und tauschten sich über ihre persönlichen Erfahrungen aus.
Für diese eindrückliche und abwechslungsreiche Vermittlung deutsch-jüdischer Geschichte, jüdischer Religion und Kultur möchten wir uns im Namen aller Teilnehmenden bei “on.tour – Das JMB macht Schule” bedanken und freuen uns auf einen Besuch im Jüdischen Museum Berlin im März.
R. Johs
60 Schülerinnen und Schüler unserer 9. Klassen haben am 26.1.2010 Unterricht einmal ganz anders gemacht.
Der Tag der Naturwissenschaften hat uns sehr gefallen, wir könnten den Unterricht noch oft so gestalten.
Am 15. Januar 2010 waren unsere zukünftigen Abiturienten aus Polen eingeladen, gemeinsam mit ihren deutschen Fachlehrern aus Schwedt, Frau Ramm und Herrn Dr. Bieligk, die Uckermärkischen Bühnen zu besuchen. Gespielt wurde “Crash”, ein Stück über Jugendliche und deren Alltagsprobleme – Zoff mit den Eltern, Probleme in der Schule, erste Liebe. Unsere Erwartungen erfüllten sich. Das Stück und die Atmosphäre an
unserem Theater sagten den polnischen Gästen zu. Hinsichtlich der Verständlichkeit des Stückes gab es zwar einige Probleme, die jedoch im Anschluss an den Theaterbesuch im Cafe bei einer Tasse Schokolade oder Tee durch Frau Ramm und Dr.
Bieligk im Gespräch geklärt werden konnten. Die Jugendsprache ist halt manchmal etwas kompliziert – selbst für Jugendliche. Aber: Es hat allen sehr gut gefallen. Gemeinsam planen unsere “Engel” sich in den nächsten Unterrichtsstunden mit ihren Lehrern das Drama “Faust” zunächst in polnischer und dann in deutscher Sprache zu erschließen, um sich auf einen Besuch der Vorstellung im März vorzubereiten. Ein sehr anspruchsvolles Vorhaben, bei dem wir sie unterstützen werden.
Es ist zu einer schönen Tradition geworden, dass Schüler der AG “Freunde Polens” der Gesamtschule Talsand in Gryfino gemeinsam mit polnischen Schülern Weihnachten feiern. Auch in diesem Jahr weilte eine Delegation der AG “Freunde Polens” am letzten Schultag an unserer Partnerschule und feierte mit unseren zukünftigen polnischen Schülerinnen das Weihnachtsfest. Es gab natürlich auch kleine Geschenke für unsere polnischen Gastgeberinnen. Diese hatten Plätzchen und Kuchen gebacken. Gemeinsam sangen wir Weihnachtslieder, dann verteilte Herr Dr. Bieligk als Weihnachtsmann die Geschenkpakete!
Am 4.12.2009 trafen sich Mitglieder unserer AG “Freunde Polens” traditionell wieder mit unserer polnischen Partnerschule. Wir hatten interessierte Schülerinnen und Schüler aus dem Gymnasialbereich (Sek I) und aus dem Lyzeum (Sek II) zu einem Informationsbesuch eingeladen, um ihre Fragen zu den Bedingungen des deutschen Abiturs zu beantworten und ihnen unsere Schule zu zeigen. Pünktlich um 9.30 Uhr trafen unsere Gäste ein. Natürlich waren auch unsere “Engel für Talsand” dabei, die besonders gespannt auf ihre zukünftige Schule waren. Nach der Begrüßung durch den AG-Leiter Dr. Bieligk trafen sich alle zu einem Gespräch mit dem Schulleiter, Herrn Zimmermann, und der Oberstufenkoordinatorin, Frau Buchholz, welche die Fragen unserer Gäste beantworteten. Frau Buchholz nahm sich besonders Aneta, Amanda, Anna und Karolina an, die im kommenden Jahr unsere Schule besuchen wollen. Dann führten deutsch-polnische Schülerteams unserer AG die Gäste in Gruppen durch das Schulgebäude und die Sporthalle, zeigten Fachkabinette, den Lernraum und Unterrichtsräume. Abschließend lud Herr Zimmermann die Schüler ein, zum “Tag der offenen Tür” am 20.02.2010 mit ihren Eltern gemeinsam Schwedt zu besuchen, um unsere Schule in ihrem gesamten Profil kennenzulernen. Während dieser Zeit hatte das Team der AG in der schuleigenen Küche einen kleinen Imbiss vorbereitet, den wir unseren Gästen in der Cafeteria servierten. Hot dogs und selbstgebackener Kuchen fanden großen Zuspruch. Dann ging es zum Bowlingzentrum, wo die polnischen und deutschen Schüler ihre Kräfte messen konnten. Zum Abschluss dieses ereignisreichen Tages begleiteten wir unsere polnischen Gäste ins Oder-Center, wo das eine oder andere Weihnachtsgeschenk erworben wurde. Alles in allem – eine gelungene Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit dem Lyzeum in Gryfino. Ein großer Dank an alle fleißigen Helfern der AG “Freunde Polens”, besonders an Frau Ramm und die Teamleiter Julia Meckelburg, Alina Zwar, Jowita Matunin und Silwia Lipski, die sich liebevoll um die polnischen Jugendlichen gekümmert haben. Wie ich aus ersten Gesprächen am Ende des Besuches entnehmen konnte, finden die polnischen Schülerinnen und Schüler unsere Schule “einfach toll”!
Schwedt/Oder. Helga Luther, eine Zeitzeugin und Widerstandskämpferin im Zweiten Weltkrieg, besuchte bereits zum zweiten Mal die Schüler der Jahrgangsstufe 12 der Gesamtschule Talsand. Nach dem Helga Luther bereits vor einem halben Jahr zu Gast in der Gesamtschule Talsand war, wollten die Schülerinnen und Schüler unbedingt, dass sie noch einmal kommt und noch mehr über ihre Lebensschicksale im Zweiten Weltkrieges erzählt. Sie knüpfte dort an, wo sie beim letzten Mal aufgehört hat. Beim letzten Mal berichtete sie, wie sie von der Gestapo verhaftet und gefoltert wurde, weil sie ihre Meinung äußerte, die sich gegen Hitler und den Nationalsozialismus richtete.