Die Schulfamilie gratuliert den Schülern und den Schülerinnen, die heute ihre DELF Diplome erhalten haben:
Ines Penke A1, Deaon Neumann A1, Meike Kirscht A1 und A2 und Joyce Mafor B2!
In diesem Schhuljahr gibt es die Möglichkeit sich in der DELF-AG auf die nächsten Prüfungen am 21. März in Prenzlau und 12. Juni in Berlin vorzubereiten. Die Anmeldungen sind eröffnet! Nur Mut!
Rund 200 Schülerinnen und Schüler aus ganz Brandenburg haben heute beim Landestreffen des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ über das politische Engagement für ein Schulleben gesprochen, in dem auf mögliche Diskriminierung sensibel geachtet und eingegangen wird. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften tauschten sich die Jugendlichen in Workshops über verschiedene Themen, unter anderem Mobbing und Rassismus, aus und erarbeiteten Maßnahmen für den schulischen Alltag. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Liedermacherin Dota. Die Regisseurin, Moderatorin und Bundesverdienstkreuzträgerin Mo Asumang hielt einen Impulsvortrag und gab einen Workshop zum Thema Dialogkompetenzen.
Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke begrüßte als Schirmherrin der Veranstaltung die Teilnehmenden im Plenarsaal und lobte die Courage der Schulen: „Sie sind heute hier, weil Ihre Schulen sich entschieden haben mitzuziehen. Nicht ein paar Engagierte, sondern alle – denn nur dann entstehen Projekte, die tragen: Projekttage, Ausstellungen, Diskussionen, Gedenkformate, Konzerte, Kunstaktionen und Begegnungen mit Politik. Fast täglich passiert irgendwo in diesem Netzwerk etwas. Das macht Mut.“
Im Land Brandenburg tragen mittlerweile 115 Schulen den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Dieser beinhaltet die langfristige Verpflichtung, Aktionen und Projekte gegen Rassismus durchzuführen. Die Landestreffen werden von den Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie Brandenburg (RAA Brandenburg) koordiniert. Vertreten waren in diesem Jahr Courage-Schulen aus Angermünde, Bad Belzig, Barnim, Beeskow, Bernau, Blankenfelde-Mahlow, Blönsdorf, Brandenburg an der Havel, Cottbus, Eichwalde, Falkensee, Forst, Frankfurt (Oder), Fürstenwalde, Gransee, Guben, Hohen Neuendorf, Königs Wusterhausen, Lauchhammer, Lübbenau, Luckau, Luckenwalde, Nauen, Oranienburg, Petershagen, Potsdam, Rathenow, Schönefeld, Schorfheide, Schwedt (Oder), Senftenberg, Werder (Havel), Wiesenburg, Wildau, Woltersdorf und Wustermark.
09:00 Uhr Führung durch den Landtag 09:30 – 10:00 Uhr Ankommen, Einteilung in die Workshops 10.00 – 10.50 Uhr Auftaktplenum ▪ Begrüßung Prof. Dr. Ulrike Liedtke, Landtagspräsidentin Brandenburg ▪ Grußwort Steffen Freiberg, Minister für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg ▪ Interview Eberhard Seidel, Geschäftsführer Bundeskoordination SOR-SMC und Miriam Apffelstädt, Geschäftsführerin RAA Brandenburg ▪ Input Mo Asumang, DialogBotschafterin, Autorin, Regisseurin, Moderatorin, Filmemacherin, Dialogkompetenz ▪ Musikalische Gestaltung: Dota Moderation: Andrea Rauch (Landeskoordinatorin SOR-SMC), Maria Waligora (SOR-SMC Alumna) 11.00 – 15.00 Uhr Workshops Schüler*innen Workshops 1. Mo Asumang (DialogBotschafterin, Autorin, Regisseurin, Moderatorin, Filmemacherin), Mo Lab – Dialogbotschafter:innen 2. Henrike Tipkämper, Maike Täubert (Netzwerk für Demokratie und Courage Berlin/Brandenburg), Hass off- und online. Wie ihr rechte Leute erkennen und denen kontern könnt! 3. Nene Opoku, Stefan Kollasch (Care e.V.), Klima Macht Krise 4. Beate Rabe (Filmbildung und Vermittlung, Filmmuseum Potsdam), Peerleaderführung durch die Ausstellung „How t catch a Nazi“ 5. Hana Hlásková, (Bildungsreferentin Garnisonkirche Potsdam), So geht Demokratie! 6. Lennart Wrana (Kanzi e.V.), Rap gegen Rassismus 7. Mouhammad Ebrahem, Jörg Stopa, (RAA Potsdam), Gemeinsamkeit und Zusammenhalt 8. Katrin Wuschansky (FES), Luisa Molendzinski (RAA Brandenburg), FES-Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ Vorstellung der Peer-Leader-Konzeptes 9. Luisa Schröder, Phuong-Thuy Nguyen (Care e.V.), Unterricht & Schulalltag diskriminierungsfreier gestalten – Diversität (an)erkennen und Partizipation ermöglichen 10. Prof. Dr. Andreas Petrik, (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Was bedeutete das Neutralitätsgebot für Schulen und wie neutral muss Schule sein? Mittagspause von 12:30-13:30 Uhr Buffet vor dem Plenarsaal 15.15 – 16.00 Uhr Abschlussplenum ▪ Blitzlichter des Tages ▪ Ein Einblick in Courage-Aktivitäten – Präsentationen von Schulprojekten ▪ Eure und Ihre Stimmen aus den Schulen – das offene Mikrofon
Programm:
Nach diesem langen Tag nutzten wir die Gelegenheit, etwas von Potsdam zu sehen:
Am 23. September 2025 fuhren interessierte Schüler und Schülerinnen in die Französische Botschaft in Berlin, um dem Debattierwettbewerb „Utopia Europa“ beizuwohnen.
Das Büro für Hochschulkooperation und die Deutsch-Französische Hochschule haben in Zusammenarbeit mit dem Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland und der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland im Jahr 2025 zum sechsten Mal den Debattierwettbewerb „Utopie Europa“ organisiert. In dieser Ausgabe waren die Studierenden eingeladen, sich mit der folgenden Frage auseinanderzusetzen: „Teilhabe und Engagement: der Jugend in Europa eine Stimme geben“.
Die teilnehmenden Universitäten waren dieses Jahr die Hochschule Darmstadt, die Universität Gießen und die Hochschule Fulda.
Demokratie ist nichts Selbstverständliches. Die Ideen der Studierenden beeindruckten uns.
Das Leben ist eine Lektion der Resilienz – Zeitzeugenbericht von Lily Leignel (geb. Keller-Rosenberg), Überlebende der Vernichtungslager Ravensbrück und Bergen-Belsen
Herr Cnyrim, Herr Acquatella, Frau Dörk, Frau Lili Keller-Rosenberg, Herr Link, Herr Moritz, Frau Vom Hofe, Frau Diller
Am 5. November 2025 bot sich rund 120 Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Talsand die besondere Gelegenheit, den ergreifenden Bericht von Frau Lili Leignel (geb. Keller-Rosenberg), einer Überlebenden der Vernichtungslager Ravensbrück und Bergen-Belsen, zu folgen. Seit vielen Jahren setzte sich Frau Leignel aktiv dafür ein, ihre Erfahrungen weiterzugeben und junge Generationen über die Gefahren von Antisemitismus und Intoleranz aufzuklären.
Am 15. September 1932 in Croix (Nordfrankreich) in eine jüdische Familie ungarischer Abstammung geboren, wurde Lili Keller-Rosenberg im Alter von nur 11 Jahren, am 27. Oktober 1943, zusammen mit ihrer Familie verhaftet und in das Sammellager Mechelen in Belgien transportiert. Während ihr Vater nach Buchenwald deportiert wurde, erlebte sie mit ihrer Mutter und ihren Brüdern die Deportation nach Ravensbrück und später nach Bergen-Belsen, wo sie am 15. April 1945 befreit wurde.
Nach der Begrüßung und Einführung durch Herrn Rektor Carl Cnyrim, folgten eindringliche Grußworte von Frau Karina Dörk, Landrätin der Uckermark, Herrn Silvio Moritz, 1. Beigeordneter der Stadt Schwedt/Oder, Herrn Marek Wöller-Beetz, 1. Beigeordneter und gewählter neuer Bürgermeister der Stadt Prenzlau Und von Herrn Julien Acquatella, Leiter von CIVS. Neben den genannten waren weitere geladene Gäste Frau Coralie Vom Hofe von der Französischen Botschaft, Herr Schulrat Joachim Link und Herr Dr. Stephan Diller, Leiter des Dominikanerklosters Prenzlau.
Nach den Grußworten teile Frau Leignel eindrucksvoll und ergreifend mit dem Auditorium, ihre Erinnerungen, ihre persönlichen Erfahrungen und Schrecken mit dem Holocaust, eine alles in allem sehr bewegende Geschichte, in der die Unbeschwertheit der Jugend auf die unaussprechliche Grausamkeit der Menschen trifft, wobei aber auch die unglaubliche Widerstandsfähigkeit der Jugend deutlich wird. Frau Leignel betonte mehrfach die Bedeutung von Resilienz und Menschlichkeit und forderte die Schüler und Schülerinnen auf, ihr zu schreiben und ihre Botschafter zu werden, um das Vergessen zu verhindern, sich aktiv für Demokratie, Vielfalt und gegen Extremismus einzusetzen, um so für alle Menschen – ohne Rücksicht auf Herkunft oder Religion – eine Zukunft in Frieden und ohne Rassismus zu gestalten.
Ein besonderes Erlebnis für alle Beteiligten war die Herzlichkeit und Offenheit, mit der Frau Leignel die zahlreichen interessierten Fragen aus der Schülerschaft beantwortete. Abschließender Höhepunkt der Veranstaltung bildete das Fotoshooting mit den Schülerinnen und Schülern der verschiedenen Jahrgangsstufen.
Jahrgang 8
Jahrgang 10Jahrgang 11
Die von Frau Doris Diller, Leiterin der AG Schule mit Courage der Gesamtschule Talsand, in Zusammenarbeit mit der Französischen Botschaft in Berlin und der Kommission für die Entschädigung der Opfer von Enteignungen aufgrund der antisemitischen Gesetzgebung während der Okkupationszeit (CIVIS) organisierte Veranstaltung fand an der Kunst- und Musikschule Schwedt/Oder statt. Besonderer Dank geht an Herrn Julien Acquatella, dem Leiter von CIVIS, und an Frau Coralie Vom Hofe von der Französischen Botschaft für ihre Unterstützung bei der Planung der Veranstaltung. Das Projekt fand in Kooperation mit der Partnerschaft für Demokratie Uckermark statt und wurde gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Weitere Unterstützer, ohne deren Hilfe die Veranstaltung nicht hätte durchgeführt werden können, waren:
Städtische Museen der Stadt Schwedt/Oder: Frau Anke Grodon, Leiterin der Museen, unterstützte mit ihrem Team bei der Planung der Veranstaltung, beim Aufbau und der Betreuung der Technik und beim Empfang der Gäste. Zudem wurde eine Führung durch das jüdische Museum und den jüdischen Friedhof mit Frau Leignel und den Gästen aus der Französischen Botschaft durchgeführt.
Dominikanerkloster in Prenzlau: Das Dominikanerkloster ist Kooperationspartner der Gesamtschule Talsand. Der Leiter des Dominikanerklosters Prenzlau, Herr Dr. Stephan Diller, koordinierte die Planung, Organisation und Durchführung der Veranstaltung.
Stadt Schwedt: Der 1. Beigeordnete der Stadt unterstützte die Veranstaltung persönlich und mit einem Grußwort.
Kunst- und Musikschule Schwedt: Sie stellte kostenlos Saal, Technik und Bestuhlung zur Verfügung.
Echoo Konferenz Dolmetschen Berlin: Simultanübersetzung der Veranstaltung.
PCS Konferenztechnik Berlin: Bereitstellung der Konferenzempfänger.
Frau Lili Leignel, geb. Keller-Rosenberg, gilt unser ganz besonderer Dank für dieses unvergessliche Erlebnis.
Am Montag startete im Jüdischen Museum Schwedt/Oder das deutsch-polnische Schülerprojekt zur aktuellen Ausstellung „Vertriebene 1939 – Deportationen von polnischen Bürgern aus den ins Dritte Reich eingegliederten Gebieten“.
Teilnehmer und Programm
34 Schülerinnen und Schüler aus Chojna und Schwedt (AG Schule mit Courage der Gesamtschule Talsand) lauschten den Erklärungen des Filmemachers Herrn Jacek Kubiak. Er erklärte, wie man an den Kontakt mit Zeitzeugen kommt und betonte die Wichtigkeit, den Menschen wirklich zuzuhören. Die Emotionen, die bei den Zeitzeugen durch das Erinnern und das in Worte fassen dieser Erinnerungen entstehen, empfindet auch der Zuhörer mit. Es entsteht eine Beziehung mit und eine Wertschätzung für den anderen.
Filmvorführung und Live-Bericht
Der Film von Herrn Kubiak stellte diese These eindrücklich unter Beweis. Die Dokumentation „Eine Blonde Provinz“ ließ die Geschichte der Vertreibung aus verschiedenen Sichtweisen durch Zeitzeugen lebendig werden und steckte voller Emotionen. Zusätzlich zu diesem digitalen Erlebnis hatten die Jugendlichen das besondere Erlebnis eines Live-Berichts durch den Beigeordneten der Stadt Schwedt/Oder, Silvio Moritz. Er schilderte die Geschichte einer eng befreundeten Familie, deren Schicksal der Zweite Weltkrieg noch bis in die jüngste Vergangenheit prägte, mit sehr bewegenden Worten und einem Baumstamm.
Kreatives Gestalten und Austausch
Die Jugendlichen hatten die Gelegenheit, ihre Gedanken und Emotionen zu verschiedenen Themen auf Deutsch und auf Polnisch gemeinsam aufzuschreiben. Im Museumsgarten wurden sie mit einem Mittagessen versorgt. Nach dieser Stärkung gab es am Nachmittag in der Galerie am Kietz ein vergnügliches kreatives Gestalten von Leporellos. Fleißig wurde geschnitten, geklebt und gemalt, um die Leporellos für die Zeitzeugenberichte zu gestalten. Die Schüler zeigten sich stolz ihre Produkte und nahmen voneinander Abschied.
Aufgaben und nächste Treffen
Jeder ging mit einer Idee für seine Aufgabe nach Hause: In den kommenden vierzehn Tagen soll im Bekanntenkreis nach Geschichten und Erinnerungen zum Zweiten Weltkrieg geforscht werden. Die Faltbücher dienen zum Festhalten dieser Erzählungen in Bildern, Fotos, Collagen, Zeichnungen, Berichten oder Zeitungsausschnitten. Ebenfalls kann sich mit den Begriffen „Flucht“ und „Vertreibung“ auseinandergesetzt werden.
Am 29.09. treffen wir uns wieder mit den polnischen Schülern aus Chojna im jüdischen Museum in Schwedt, präsentieren uns unsere Ergebnisse und schauen uns die Ausstellung von Herrn Kubiak „Vertriebene 1939…“ mit ihm gemeinsam an.
Danksagung und Präsentationen
Besonderer Dank geht an das Museumsteam für die Vorbereitung und Organisation dieses Projektes, an die Menschen, die sich um das leibliche Wohl gekümmert haben und natürlich an die fleißigen Dolmetscher, die simultan ins Deutsche und ins Polinische übersetzten, so dass die Sprache keine Barriere darstellte. Ein beonderer Dank geht an Herrn Kubiak, der sich die Zeit für uns nahm und uns aus erster Hand erzählen konnte!
Vorgesehen ist es, die entstandenen Produkte am 4. und 5. Oktober 2025 von 14 – 17 Uhr und zum Saisonstart 2026 im Jüdischen Museum zu präsentieren.
Am 21. Mai 2025 besuchte eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern unter Leitung von Frau Doris Diller (Schule mit Courage, Französisch und LER Unterricht) die Französische Botschaft in Berlin. Anlass war eine Einladung besonderer Art: Der Zeichner Renald Luzier, genannt LUZ, stellte die deutsche Ausgabe seiner Graphic Novel „Deux filles nues“, zu Deutsch „Zwei weibliche Halbakte“ vor. Das Buch ist der aktuelle Gewinner des Fauve d´Or beim Internationalen Comicfestival von Angoulême in Frankreich.
Die Fotos dieses Beitrags sind mit freundlicher Genehmigung von der Französischen Botschaft bereitgestellt worden.
Das Buch erzählt die Geschichte eines 1919 vom deutschen expressionistischen Künstler und Lithograf Otto Mueller (1874–1930) gemalten Bildes, das von den Nazis 1934 als entartete Kunst enteignet wurde, bevor es über Umwege letztendlich wieder im Museum in Köln landete.
LUZ nimmt eine originelle Perspektive ein, indem er diese Geschichte aus der Sicht des Gemäldes selbst erzählt – ohne das Bild tatsächlich im Buch abzubilden – und so eine Reflexion über Kunst, Erinnerung und politische und kulturelle Zensur bietet.
Unsere Gruppe hatte das Privileg, uns vor der eigentlichen Buchpräsentation mehr als zwei Stunden in einem persönlichen Ateliergespräch mit dem Künstler auszutauschen. LUZ – Zeichner, Künstler, Autor – skizierte uns in einem sehr intimen Gespräch, den Prozess der Entstehung seines Buches, angefangen von ersten Ideen, die erweitert, verworfen und dann durch Geistesblitze sich in die endgültige Form verwandelten. Nach einem Jahr intensiver Arbeit vollendete er sein Buch, zu einem Zeitpunkt, der zufälligerweise mit dem Ergebnis der Wahl zum Europaparlament zusammenfiel. Dass die Ergebnisse dieser Wahl ihn dermaßen erschrecken würden, hatte er zu Beginn seiner Arbeit nicht ahnen können. Die Notwendigkeit des Erinnerns durch Künstler an die nachfolgenden Generationen wurde durch das Wahlergebnis augenfällig. Die häufig nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem damit verbundenen Niedergang des Nationalsozialismus angeführte Behauptung, man hätte nichts von den Gräueltaten gewusst, ist in der heutigen, digital vernetzten Welt durch die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Informationen nicht mehr tragbar. Da rechtsextreme Bestrebungen in der heutigen Zeit – nicht nur in Deutschland und in Frankreich –, offensichtlich sind, sind Beiträge wie dieses Buch von extremer Wichtigkeit, um Erinnerungen und Mahnung zugleich weiter zu tragen.
Der schwere Zugang zum Thema „Nationalsozialismus“ wird durch weitere thematische Aspekte wie Liebe, Hass und Humor für den jugendlichen Leser etwas erleichtert.
Nach dem Attentat auf die Redaktion von Charlie Hebdo im Jahr 2015 entstand das Bedürfnis nicht mehr nur Karikaturen für einen bestimmten Moment zu gestalten, sondern an längeren Sequenzen zu arbeiten und schließlich ganze Bücher zu zeichnen.
Im Ateliergespräch erzählte LUZ, wie sehr er die gemeinsamen Redaktionssitzungen bei Charlie Hebdo – er war über 20 Jahre Mitarbeiter der Redaktion – genossen hat. Nach dem Attentat ist für ihn das Leben mit den Charakteren seiner Geschichten ein sicherer Zufluchtsort geworden. Es ist, als ob er morgens aufsteht und die Menschen aus seinem Buch sich mit ihm an einen Tisch setzen, sie zusammen leben und kommunizieren.
LUZ erwähnte nur kurz, dass sein Leben seit 10 Jahren von immer präsentem Polizeischutz begleitet ist, und er diesen Moment mit uns hier in der französischen Botschaft in Berlin sehr genossen hat.
Im Anschluss an unser Ateliergespräch waren wir Gast der eigentlichen, abendlichen Buchpräsentation, die von Ines Rotermund-Reynard. Mitarbeiterin des Musée d’Orsay in Paris, moderiert wurde. Und uns so ganz nebenbei Einblicke in den deutschen Expressionismus gab.
Begrüßt, verbunden mit einem besonderen Dank an unsere Schwedter Gruppe, wurden wir von seiner Excellenz dem französischen Botschafter Franois Delattre, der die Notwendigkeit, sich in diesen Zeiten mit der Ausgrenzung von Menschen und Bildern im 3. Reich zu beschäftigen betonte und hofft, dass besonders junge Menschen sich über dieses Medium ansprechen lassen.
Der Abend stand unter dem Motto „Nichts von den dunklen Stunden unserer Geschichte zu verschweigen, bedeutet ganz einfach, eine Idee des Menschen zu verteidigen, seiner Freiheit und Würde.“ Diese Aussage von 1995 stammt von Jacques Chirac, dem ehemaligen französischen Staatspräsidenten.
Unser besonderer Dank gilt den Mitarbeitern der Französischen Botschaft – besonders Frau Louise Coschieri-Sommer – für die erneute Einladung zu diesem außergewöhnlichen Tag. Wir werden diesen intimen und intensiven Moment nicht vergessen. Alle Beteiligten nahmen eine tiefe Dankbarkeit für diese Begegnung in ihren Herzen mit nach Schwedt. Wir waren uns einig, dass wir von diesem Erlebnis noch oft erzählen werden.
Ein herzliches Dankeschön an LUZ, dass er sich für uns diese Zeit genommen hat!
Am 05.05.2025 waren wir mit Frau Diller, Frau Hoppert und 6 interessierten Schülern und Schülerinnen im Rahmen der AG Schule mit Courage, des LER- und Französischunterrichts bei der Premiere des Kurzfilms von Wim Wenders : „Les clés de la liberté“ – „Die Schlüssel zur Freiheit“ (Versin auf deutsch), der sich mit der etwas in Vergessenheit geratenen Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 07.05.1945 in Reims beschäftigt. 8o Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs kommt der Künstler Wim Wenders in einem Kurzfilm auf diese Episode zurück: die erste Unterzeichnung der bedingungslosen und totlen Kapitulation Deutschlands in Anwesenheit der Generäle Alfred Jodl und Hans-Georg von Friedeburg, begleitet von Wilhelm Oxhenius im Kartensaal der Schule in Reims, in dem General Eisenhauer sein Geheimquartier hatte. Dieser Raum war in diesem historischen Moment der Mittelpunkt der Welt war. Um 02:41 Uhr am 07.Mai 1945 wurde die bedingungslose Kapitulation durch General Alfred Jodl unterzeichnet. Die Geschichte hat das Datum des 08.Mai. behalten, an dem der Vertrag um 23:01 Uhr in Kraft trat. Niemand wußte von dem geheimen Ort in Europa, an dem der General Eisenhauer residierte. 12 Jahre Terror, 6 Jahre Krieg, der Holocaust, die schlimmsten Verbrechen, die die Welt bis dato gesehen hatten, finden hier ein Ende, in einer Schule in Reims. Die Schlüssel für diesen Bereich in Reims waren die Schlüssel für die Freiheit der Welt. Diese Schlüssel brachten 80 Jahre Frieden für viele Länder in Europa. Die Werte der Humanität, der Demokratie sind nicht automatisch vorhanden, sie müssen jeden Tag aufs Neue gelebt werden. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine, meint Wim Wenders, sei es nun an uns, die Schlüssel der Freiheit in die Hand zu nehmen und täglich für die Werte der Humanität, der Menschenrechte und die für die Demokratie einzutreten.
Wir bedanken uns sehr für die Einladung und den überaus freundlichen Empfang durch die französische Botschaft.
Im Rahmen des LER-Unterrichts besuchten die 6 Klassen des Jahrgangs 7 der Gesamtschule Talsand vom 28.04.-07.05.2025 das Dominikanerkloster in Prenzlau. Zum Thema Christentum erfuhren wir viel über das Leben in einem Kloster, das vor 750 Jahren gegründet wurde. Die Ausstellung „Freude über Ostern. Von Passionsbräuchen, Ostereiern und Ostersitten weltweit von Elisabeth Scheffler“ erweiterte unsere Kenntnis in Bezug auf interkulturelle Bezüge weltweit. Die Stadtbibliothek stellte ihr Programm und den Jugendliteraturwettbewerb vor. Das Archiv zeigte seine verschiedenen Bestände und die Schüler konnten sich daran versuchen, alte Schriften zu lesen. Wir bedanken uns für die freundliche Aufnahme im Dominikanerkloster und für die kompetenten Führungen durch alle drei Bereiche. Wir kommen im nächsten Jahr gerne wieder in diesen schönen außerschulischen Lernort mit dem neuen Jahrgang 7!
Fotos: Doris Diller
Das Dominikanerkloster zeigt durch seine moderne Architektur ohne zu historisieren, wo Ergänzungen stattgefunden haben, um die Nutzung den heutigen Bedürfnissen anzupassen.
Am 01. April 2025 besuchten Schüler der Gesamtschule Talsand im Rahmen der AG Schule mit Courage, des LER- und Französisch Unterrichts die französische Botschaft.
Die Commission d’Indemnisation des Victimes de Spoliation organisiert zusammen mit der Amicale des anciens déportés du camp d’Oranienburg eine Ausstellung in der französischen Botschaft. Die Ausstellung zeigt Bilder und erläuternde Texte, aber auch Originalgegenstände wie die Kleidung eines Deportierten.
Die Präsidentin des Freundeskreises der ehemaligen Deportierten von Sachsenhausen war mit ihrem Mann anwesend, um die Schüler der Gesamtschule Talsand zu führen. Mit dieser Ausstellung lädt der Verein zu einer Erinnerungsreise in das Herz des nationalsozialistischen Konzentrationslagersystems ein. Im Gedenken an all diejenigen, die nicht zurückgekehrt sind, und an diejenigen, die diese Hölle nach den Todesmärschen überlebt haben.
Diese 2020 neu erstellte Ausstellung, die das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Freundeskreis, der Gedenkstätte Sachsenhausen in Deutschland, der Gedenkstätte Compiègne und Jugendlichen einer Berufsschule in Beaune ist, wird ständig weiterentwickelt.
Wir lauschten den Erinnerungen und Erzählungen: „Als ich gegen die Deutschland in den Krieg zog, haßte ich die Deutschen, als ich aus Sachsenhausen nach Frankreich in mein Dorf zurückkehrte, haßte ich die NAZIS.“ Ihr Mann gründete dann in seinem Heimatdorf eine Deutsch-Französische Partnerschaft, zur Begegnung der Menschen beider Länder.
Die Ausstellungen selbst, sowie die Computeranimation durch die Anlage von Sachsenhausen beeindruckten die Schüler sehr.
Wir bedanken uns ganz herzlich für die Führungen, Erläuterungen durch den Freundeskreis der ehemaligen Deportierten von Sachsenhausen und den herzlichen Empfang in der französischen Botschaft und der Einladung durch Frau Coschieri-Sommer vom Institut francais in Berlin.